Der Lohnsteifen ist da...

...und am liebsten würde ich den Wisch postwendend zurück schicken. Ja mal ehrlich: Wo ist denn die viel und hoch gepriesene Gehaltserhöhung? Ich seh da keine!

Das Geld war schon letzte Woche auf dem Konto, nur keiner wusste so recht was mit der Summe anzufangen. Einzig klar war: Es ist mehr als sonst. Man konnte auch hin und her rechnen wie man wollte, es ergab keinen Sinn. In meinem Fall allerdings schon: Ich habe die Summe genommen, die Nebenbezüge des letzten Montas abgezogen (kann man ja nachrechnen) und aus dem Netto ein Brutto gemacht (dank SimTax.de). Das Ergebnis war ca. das was ich erwartet hatte. Die Rechnung klang auch plausibel, da ich nicht mit einer Nachzahlung gerechnet habe, denn kurz zuvor wurde mir auf postalischem Wege mitgeteilt, dass meine Eingruppierung noch nicht entgültig sei. Ist klar, dass mein bei einer ungewissen Einstufung keine Nachzahlung bekommt - auf welcher Grundlage auch?!

Nun scheints doch Festzustehen. Es ist nicht die erwartete Gehaltsgruppe, sondern eine darunter, wie sich aus dem Lohnstreifen erkennen lässt. Mit Nachzahlung - Aha! Allerdings wurde der Entgeltausgleich nicht rückwirkend mit berechnet, was die Summe um mehr als 300EUR Brutto drückt.

Insgesamt lässt sich keine wirkliche Gehaltserhöhung erkennen und ich bin kein Einzelfall. Ich habe von keinem Gehört, der auf reguläre Art und Weise mehr Gehalt bekommt. Nur mit Tricks wie der Anhebung von 1 bis zu 6 Stufen in der Gehaltsgruppe. Was soll denn dieser Beschiss? Bsp: MA1 ist 5 Jahre dabei, hat also Stufe 1. Sein Posten wurde mit der neuen Entgeltstruktur runtergestuft. Damit MA1 nicht weniger bekommt, hat man ihn in die letzte Stufe, also 6, gesteckt. Im Endeffekt hat er aber so keine Chance mehr auf eine reguläre Gehaltserhöhung aufgrund der Betriebszugehörigkeit. Wo ist denn bitteschön die pEinfZ, die auf jede Erhöhung Anwendung finden und auch bei künftigen Tarifrunden nicht abgeschmolzen werden soll?

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir die Arbeitnehmer einfach - auf gut Deutsch  komplett Verarscht wurden. Der AG hat Deutschlandweit dafür gesorgt, dass Arbeitsplätze niedriger bewertet werden als vorher. Ausserdem haben entsprechende zuständige Komitees, die für die Vorort-Begutachtung zuständig waren, aufgrund von unwissenheit über die Arbeit die dort geleistet werden muss, nicht den tatsächlichen Aufwand erkannt und so für eine niedrigere Eingruppierung mit sorge getragen. Das auch nur, weil diese Personen der Meinung waren sich unbedingt einmischen und profilieren zu müssen bei Sachen und Betriebsabläufen von denen sie keine Ahnung haben. Danke dafür!

Die Arbeit fällt jetzt dann nur noch entsprechend der Eingruppierung aus - wer hat denn bitte noch Lust auch nur einen Handschlag mehr zu machen?


Nachtrag 05.10.2008

Die TG lässt verlauten, dass bei vielen Fehler auf der Abrechnung aufgetreten sind und ruft alle zur genauen Prüfung der Lohnsteifen auf.

"Kolleginnen und Kollegen, bei denen Fehler oder Unstimmigkeiten in der Entgeltabrechnung ersichtlich sind, sollten umgehend eine detaillierte, nachvollziehbare Erklärung sowie eine Korrektur von ihrem Arbeitgeber verlangen. Dazu ist er verpflichtet."

Das heißt, Widerspruch beim Arbeitgeber gegen die Entgeltabrechnung einlegen sobald ihr einen Fehler feststellt. Das trifft in derselben Weise zu wenn ihr mit der „Wertschätzung“ Eurer Arbeit durch den Arbeitgeber, der Ersteingruppierung in das „Neue Entgeltsystem“, nicht einverstanden seid.

Unbedingt Widerspruch beim Arbeitgeber, bei Euren zuständigen Personalreferenten, einlegen!

08_10_01_Neues_Entgeltsystem-viele_Abrechnungen_fehlerhaft.pdf



00:42:21 27.09.2008